Dieses Land ist perfekt für Wanderfreaks. Es gibt unzählige tolle Wanderwege in Neuseeland, egal ob es ein paar stündiger oder mehrtägiger Track sein soll. Jeder findet etwas Passendes für sich. Mein Plan war so viel wie möglich zu wandern, um viel von dieser wunderschönen Natur zu sehen. Zum Glück ist es mir gut gelungen. Die meisten dieser Wanderungen habe ich mit meinen Travelmates aus der Schweiz gemacht.

Diese waren meine schönsten Wanderwege:

Tama Lakes – Tongariro National Park

Tongariro Alpine Crossing war eine Wanderung, die ich unbedingt machen wollte. Damit bin ich nicht alleine. Der Wanderweg ist bekannt und auch beliebt. Leider hat das Wetter bei uns nicht mitgespielt. Überall lag viel Schnee, und wir hatten keine passende Ausrüstung dabei. Wir wurden abgeraten, diese Wanderung zu machen. Allerdings wurde uns ein anderer Wanderweg zu den Tama Lakes empfohlen. Bisschen enttäuscht sind wir am nächsten Tag losgegangen. Doch die Enttäuschung war schnell wieder weg als wir ankamen. Lower und Upper Tama Lake sind zwei Kraterseen im Tongariro National Park auf 1200 und 1314 Meter Höhe. Die Wanderung dauert ca. 5-6 Stunden. Der Weg zu den Tama Lakes ist atemberaubend. Der Track ist relativ leicht, nur der letzte Teil ist etwas schwieriger. Es ist steil und rutschig, doch es lohnt sich hochzugehen. Der Blick auf beide Seen ist umwerfend. Ihr dürft die Taranaki Falls auf dem Rückweg nicht auslassen. Der beste Platz um eine kurze Pause zu machen.

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Abel Tasman National Park

Der Abel Tasman Coast Track ist einer der Great Walks. Der Track ist insgesamt 60 km lang und dauert 3 – 5 Tage. Natürlich ist es möglich nur ein Teil des Tracks zu machen. Auf dem Rückweg könnt ihr auch ein Wassertaxi nehmen. Ein echt tolles Erlebnis! 🙂 Viele nutzten die Möglichkeit und mieten ein Kajak, um damit den Track oder zumindest ein Teil davon zu machen. Ihr müsst die Hüttenplätze oder Campingplätze unbedingt im Voraus reservieren. In der low season findet ihr noch 1-2 Tage vorher freie Plätze, aber in der high season ist das eher unwahrscheinlich. Erkundigt euch auch, zu welcher Uhrzeiten Ebbe und Flut ist. Auf dem Weg müsst ihr manchmal das Wasser überqueren, und bei einem hohen Wasserstand ist dies unmöglich. Wir haben auch nicht die ganze Strecke gemacht. Insgesamt waren wir 3 Tage unterwegs und sind dann mit dem Wassertaxi zurückgefahren.
Ein Tipp noch von mir: Falls noch Campingplätze vorhanden sind, verbringt eine Nacht im Te Pukatea Bay. An den herrlichen Strand könnt ihr schwimmen gehen und euch nach der Wanderung gut erholen. Morgens könnt ihr einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben. Ein perfekter Start für den Tag.

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Te Pukatea Bay

 

Mount Aspiring National Park

Da ich einen Monat lang mit zwei Schweizern gereist bin, war es keine Frage: wir mussten eine Wanderung im Mount Aspiring National Park machen. Mount Aspiring sieht nämlich ähnlich, wie das Matterhorn aus.
Bis zum Aspiring Hut hatten wir eine zwei-, dreistündige Wanderung vor uns. Die Strecke führt überwiegend über Rasenflächen. Von den Klippen habt ihr eine tolle Aussicht über das Tal. Der Wanderweg führt die ganze Zeit über Bauernhöfe. Falls ihr das neuseeländische Hinterland erkunden möchten, ist dies der perfekte Track dafür.
Vom Aspiring Hut aus, gibt es noch weitere Wanderwege. Wir wollten allerdings nur eines: einen Blick auf den Mount Aspiring zu werfen. Nicht weit von der Hütte entfernt, ist eine Wiese, wo man ein super Blick auf dem Berg hat. Falls der Berg am Anfang von Wolken bedeckt ist, lohnt es sich zu warten. Die Wolken ziehen oftmals schnell vorbei, und ihr habt eine fantastische Sicht.

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Roys Peak Track – Wanaka

Atemberaubend ist die Aussicht in 1.578 Meter Höhe. Das Panorama umfasst den Wanaka Lake und den Mount Aspiring. Wunderschön!
Ein steiler Zickzackweg, der durchgehend bergauf geht, führt zum Gipfel. Die Temperaturen können sich sehr schnell ändern, nimmt euch auf jeden Fall warme Sachen und viel Wasser mit. Dieser Wanderweg führt auch über ein privates Gelände. Schafe laufen überall frei rum, deshalb ist der Track zwischen 1. Oktober und 10. November wegen Lammzeit geschlossen.
Der Ausblick wird immer erstaunlicher je höher ihr aufsteigt. Ich war so fasziniert und musste jede Minute neue Bilder schießen. Deshalb hat der Weg zum Gipfel bisschen länger gedauert. Eine Stunde vom Gipfel entfernt, ist ein toller Aussichtspunkt. Dort könnt ihr coole Fotos schießen. Der Track ist nicht so leicht. Es ist also nicht von Nachteil, wenn ihr in guter Kondition seid. Trotzdem ist der Weg schaffbar, ihr müsst euch nur mehr Zeit nehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Die Aussicht ist unbeschreiblich schön.
Am besten wählt ihr ein Tag aus, an dem kaum bis keine Wolken am Himmel sind. 😉

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Hooker Valley Track – Mount Cook National Park

Der Hooker Valley Track ist ein leichter Spaziergang an dem Hooker Fluss entlang. Der Spaziergang endet in einem Eisstausee mit einem wunderschönen Blick auf dem Mount Cook. Auf dem Weg müsst ihr 3 Schwenkbrücken überqueren. Von den Brücken habt ihr einen tollen Ausblick über den Fluss. Dieser Track ist einer der beliebtesten im Aoraki Mount Cook National Park. Der Grund dafür ist eindeutig, man hat nonstop einen Blick auf den Berg. Da ich auf meiner Reise mit verschiedenen Travelmates unterwegs war, hatte das Vergnügen, den Hooker Valley Track zweimal zu machen. Das passte aber ganz gut für mich. Beim ersten Mal hat es durchgehend geregnet und war bewölkt. Wir haben kein bisschen vom Mount Cook gesehen. Dafür einen großen Eisberg in der Mitte vom See. Beim zweiten Mal hatte ich mehr Glück: strahlende Sonne und endlich konnte ich den höchsten Berg Neuseelands erblicken.

 

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Mount Somers

Der Weg zum Gipfel von Mount Somers war meine schwierigste Wanderung. Der unglaubliche 360 Grad Ausblick war eine tolle Belohnung. Für die Wanderung müsst ihr einen ganzen Tag einplanen, wir haben auch ca. 10 Stunden gebraucht. Gleich am Anfang beginnt das Abenteuer. Zuerst führt der Weg durch einen Buchenwald. Der Boden ist nicht fest, es ist uneben und ihr könnt leicht ausrutschen. Nach 2 Stunden haben wir den Wald hinter uns gelassen. Der weitere Weg zum Gipfel ist kein richtiger Weg, es ist eher ein Haufen von Steinen die man überqueren muss. Rot markierte Stangen zeigen, wo man ungefähr entlang gehen soll. Vorsicht, hier kann es auch schnell passieren, dass ihr ausrutscht. Es hat allerdings viel Spaß gemacht, nie zu wissen, wo man als Nächstes entlang gehen muss. Als wir endlich den Gipfel erreicht haben, hatten wir ein riesiges Erfolgserlebnis.
Dieses Abenteuer hat uns nicht gereicht. Wir wollten auf der anderen Seite des Berges hinabsteigen. Allerdings gab es dort keinen richtigen Weg und keine Markierungen (oder wir haben es nicht gefunden… 😀 ). So haben wir uns wieder auf rutschigen Steinen auf den Weg nach unten gemacht. Der Wind war extrem stark. Ich hatte durchgehend das Gefühl, dass es mich gleich wegweht. Meine Begleitungen, 2 große Männer, hatten solche Probleme nicht. 😀 Am Ende haben wir es doch heil zurück zum Auto geschafft. Ich kann verstehen, dass der Wanderweg nach dieser Beschreibung nicht für alle verlockend klingt. Für Abenteuerlustige ist es aber perfekt. 😉

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Sawcut Gorge

Wandern im Regen. Es gibt nichts Besseres. NOT. Trotzdem hat uns der Regen nie zurückgehalten.
Sawcut Gorge ist eine 150 Meter tiefe und 2 Meter breite Schlucht auf der Südinsel. Der Track bis zum Sawcut Gorge läuft an einem Fluss entlang, den man öfters überqueren muss. Um den Fluss zu überqueren müsst ihr von einem Fels auf den nächsten springen. Manche Felsen liegen weit voneinander entfernt, was ein Problem darstellen kann, wenn ihr nicht groß gewachsen seid.
Genau das Problem hatte ich auch. In manchen Fällen habe ich also meine Wanderschuhe ausgezogen und bin durch den Fluss spaziert. Das hat spätestens nach dem fünften Mal nicht mehr so viel Spaß macht, deshalb bin ich auf dem Rückweg mit den Schuhen durch das Wasser gegangen. War sowieso egal, da ich mittlerweile komplett nass war. Trotz Regen war der Sawcut Gorge spektakulär. Ich bin mir aber sicher, an einem sonnigen Tag habt ihr einen besseren Anblick.

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Castlepoint

Mit seinem Leuchtturm, der Lagune und den Klippen ist Castlepoint eine meiner Lieblingsorte auf der Nordinsel. Es gibt mehrere Wanderwege. Alle sind leicht und nicht zeitaufwändig.
Ein einfacher Fußweg führt über die Klippen bis zum Leuchtturm. Von dort habt ihr einen wunderschönen Ausblick über die Lagune und den Ozean. Ein anderer Weg führt auf die andere Seite der Lagune. Am Rande könnt ihr bis ganz nach oben klettern. Von dort ist die Aussicht noch eindrucksvoller. Ich habe mir Zeit genommen und bin dort eine weile gesessen, um die Natur zu genießen. Es war herrlich! Ich habe mich gleich in diesem Ort verliebt. In dem Moment war ich echt glücklich, dass ich die letzten Tage in Neuseeland alleine gereist bin, und diesen Moment für mich haben konnte.

 

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Cape Kidnappers

Cape Kidnappers ist das Zuhause für zwei Tölpelkolonien. Ihr könnt nah an beide Kolonien ran gehen und die Vögel beobachten. Sie machen allerdings ein wahnsinnig lauten Lärm, ich habe nicht einmal meine eigenen Gedanken gehört. Zwischen Juli und Oktober ist der öffentliche Zugang zu den Kolonien geschlossen. An der Küste entlang findet ihr außerdem spektakuläre Kliffbildungen. Das Cape könnt ihr am besten bei Ebbe, den Strand entlang zu Fuß erreichen. Viele Kiwis fahren hier mit einem Strandbuggy rum. Ich hatte das Glück, dass ich auf dem Rückweg auf einem Strandbuggy mitgenommen wurde. Die Kiwis nehmen öfters Backpacker mit. Natürlich freuen sich alle drüber. 🙂

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Viele tolle Erinnerungen sind beim Schreiben dieses Eintrags hochgekommen. Neuseeland, du hast mich immer beeindruckt! See you soon! Ich werde definitiv zurückkehren. Hoffentlich für eine längere Zeit. 🙂

Love,

Lili

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